Der Schüttelreim ist eine Reimform, bei der die (Anfangs-)Konsonanten der letzten beiden betonten Silben miteinander vertauscht werden. Er stellt somit eine Sonderform des Doppelreims dar (die letzten beiden betonten Silben jeder Zeile reimen sich).

 

Im Frauenrausch

 

Man sollte nicht um alte Liebe trauern -

viel lieber bald auf neue Triebe lauern,

den Lichtkegel auf andre Weiber legen

(natürlich nicht nur ihrer Leiber wegen).

 

Auf geht‘s, ich muss kurz auf den Zettel stieren -

dort schrieb ich welche mich im Städtel zieren:

Zum Beispiel lässt sich die Schakline bitten,

auch wenn so manche durch die Biene litten.

 

Und viele blieben an der Heidi kleben,

weil diese ständig muss ihr Kleidi heben.

Genauso wie - Mensch, ist die Rieke schnittig!

Sogar die Schwester, ja, die schnieke, ritt‘ ich.

 

Zu haben ist die dicke Sarah leichter,

im Kopf indes die schicke Lara seichter.

Es bilden sich um Josefine Scharen,

da muss man halt auf andrer Schiene fahren.

 

Ich lach mich scheckig bei Susannes Witzen,

solange wir in einer Wanne sitzen.

Und auf die doch recht lahme Ellen wart‘ ich.

Dafür kommt sie dann ruck - und wellenartig.

 

Zum Schlafen, nachts, da trägt Marlene Kleider -

was soll’s, darauf besteht die Kleene leider.

Dafür darf ich das Kleid von Rena lichten

und später dann mein Bett für Lena richten.

 

Ich möchte aber auch Mareike hegen.

Bald tut sich sogar was für Heike regen.

Und willst du die blutjunge Frauke haben,

dann musst du ihren Boss, den Hauke fragen.

 

Man sollte also nicht um Liebe trauern -

geradewegs auf neue Triebe lauern!

Doch bald wird sich die Lust auf Weiber legen,

du merkst, du liebtest nicht der Leiber wegen.

 

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(Aus: "Der Teddy mit den losen Kulleraugen"